• Tanja F.

    Ich bin 1975 geboren und lebe in einem kleinen Dorf am Rand des Vogelsbergkreis/Hessen. Im Dezember 2011, nach Untersuchung eines unauffälligen Flecks am linken Unterschenkel, bekam ich die Diagnose Malignes Melanom. Es folgten Op´s und Klinikaufenthalte.

    Im Dezember 2014 dann die Entnahme von 13 Lymphknoten in der linken Leiste. Metastasiertes Melanom Clark Level IV. Bestrahlung und Impftherapie folgten. Das minimale Lymphödem im linken Unterschenkel, weitete sich auf Oberschenkel und linke Pohälfte sehr schnell aus. Trotz guter Kompression und Lymphdrainage war es nicht aufzuhalten.



    Ich wurde gut und sehr kompetent mit einemLeistenstrumpf Klasse III flachstrick versorgt. MLD bekam ich einmal in der Woche und versuchte mich viel mit hochgelagertem Bein auszuruhen. Das verschaffte mir weniger Druck im Bein, die Haut war nicht so prall und gespannt.

    In den folgenden Jahren hatte ich mehrere Male ein Erysipel mit anschließender Antibiotika Behandlung. Die Ursachen waren - Blase gelaufen, Mückenstich, kleine Verletzungen usw.


    In meiner ersten Lymph-Reha, im Mai diesen Jahres, in der Földiklinik konnte erstmalig eine Reduzierung des Ödems erreicht werden.

    Ich lernte dort mich selbst zu bandagieren und bekam hilfreiche Tips rund um das Lymphödem. Die tägliche Bandage und MLD war anfangs eine große Umstellung, doch merkte ich schnell eine Erleichterung und Verbesserung meiner körperlichen Situation. Ich konnte täglich an Sportgruppen teilnehmen, mit speziell abgestimmten Übungen, die den Lymphabfluss verbessern.

    Ich versuche mich salzarm und ausgewogen zu ernähren - was mir teils gut , teils weniger gut gelingt. Viel Bewegung mit Bandage an der frischen Luft, Spaziergänge und Nordicwalking fördern die Reduzierung meines Lymphödems erheblich. Die Fibrosen lösen sich und die Wade wird locker und weich. Schwimmen und spezielle Beingymnastik (immer mit Bandage) sind zur Entstauung auch sehr hilfreich.

    Vor Ende des Aufenthalts in der Földiklinik bekam ich eine Einbeinhose, plus extra Zehenkappe, mit unterschiedlichen Kompressionsklassen verordnet. Ich bin bis heute sehr zufrieden damit und bekomme regelmäßig eine neue Versorgung.



    Heute weiß ich wie wichtig es ist, sich kontinuierlich um die Versorgung des Beins zu kümmern. Es ist fast ein „Fulltimejob“. Auch wenn es manchmal schwer fällt und sehr müßig ist. Die tägliche Klamottenfrage stellt sich einfach da, Leggings oder weite Hose und bequeme Schuhe sind ein muss. Auch wenn ich meine Freundinnen für HighHeels manchmal beneide. Aber .... „so what.“

    Ab und zu ein Tag unglücklich mit so einem Lymphödem, kommt vor, gerade im Sommer.


    Ich versuche dann, mir gute Musik anzustellen und mich an den guten Zeiten oder netten Begegnungen zu freuen. Mir eine Auszeit zu gönnen, ein gutes Buch zu lesen oder mich mit Freundinnen zu treffen.


    Seit ich gelernt habe, mit dem zufrieden zu sein, wie es gerade ist und dankbar für jeden neuen Tag bin, fällt mir vieles leichter. Immerhin könnte es ja auch schlimmer kommen. Ich sehe nicht mehr alles so eng und freue mich oft über Kleinigkeiten, die ich früher nicht so wahrgenommen habe. Das verschafft mir häufig nette Begegnungen und auch lustige Begebenheiten.