Bauchwand-Hernie nach Bauch-Tiefendrainage mit zu viel Druck

  • Ist das Risiko, eine Hernie durch die Bauch-Tiefendrainage zu erleiden, bekannt?

    Ich gehe morgen zu einem Chirurgen wegen Verdacht auf eine Bauchwandhernie, die m.E. durch zu viel Druck bei der Bauch-Tiefendrainage aufgetreten ist.

    Ich hatte die Physiotherapeutin, die vor längerer Zeit bei Fölldi ausgebildet worden war, das erste Mal und äußerte mich zunächst lobend darüber, dass sie so intensiv an der Öffnung der axialen Abflusswege arbeitete. Dadurch motiviert widmete sie sich beim zweiten Mal besonders intensiv meinem Bauch.

    Anders, als ich es es gewohnt war, forderte sie mich aber nicht auf tief einzuatmen, sondern drückte einfach in den Bauch und hielt den Druck aufrecht. Als ich dann gegen ihren Druck einatmete und wieder ausatmete, drückte sie tiefer und dies noch ein bis zwei weitere Male. Diese Tiefendrucktechnik wiederholte sie bestimmt an 7-8 Stellen im Bauchraum.

    Ich kannte diese Technik nicht und vertraute auf die Erfahrung der Therapeutin. Aber in der Nacht wachte ich mit Druckgefühl, leichten Schmerzen und Übelkeit auf. Als ich (etwas panisch geworden) meinen Bauch anschaute, stellte ich fest, dass sich ein vertikaler Wulst unterhalb des Brustbeins bildete, sobald ich die Oberbauchmuskulatur anspannte.

    Seitdem weise ich die ausführende Person vorsichtshalber an, die Bauch-Tiefendrainage wegzulassen.


    Gibt es bei jemandem ähnliche Erfahrungen?

    • Official Post

    Es könnte evtl. eine Rektusdiastase sein. Dabei handelt es sich um ein beidseitiges Auseinanderweichen des Musculus rectus abdominis. Das ist keine Hernie, da es keinen Fasziendefekt gibt.

    Ursache ist eine starke Überdehnung der Bauchwand, z.B. durch Schwangerschaft oder ausgeprägte Adipositas.

    Es wäre vielleicht denkbar, daß auch umgekehrt starker Druck von außen zu so einer Rektusdiastase führen kann.

    Therapie ist meist konservativ, Bauchmuskeltraining, evtl. Korsett.

    Ich würde zum Hausarzt gehen, er kann die Diagnose klinisch stellen, evtl. Ultraschall.

  • In der Tat, es handelt sich um eine Rectusdiastase! Sie war weniger ausgeprägt schon lange da, vielleicht sogar seit der Kindheit. Das ist die Diagnose eines Visceral- und Gastrochirurgen. Wenn die konservative Behandlung nicht zum Erfolg führt, kann nach seinen Aussagen auch ein minimalinvasiver Eingriff helfen.

    Ungeklärt ist für mich noch die Ursache (die klassischen Ursachen fallen aus), also auch die Frage, ob die eine Lymphdrainage, bei der außergewöhnlich viel und m.E. zu viel Druck bei der Bauch-Tiefendrainage ausgeübt wurde. Der zeitliche Zusammenhang spräche dafür. Es gab auch nichts, was sonst die Diastase hätte auslösen können.

    Ich bitte erst einmal bei der Lymphdrainage, die Trennlinie zwischen den Rectusmuskeln (Linea alba) zu schonen.