Veranstaltung Bauerfeind

  • Das Bauerfeind Lipödem Barcamp war wirklich eine tolle Veranstaltung. Es ging primär um den aktiven Austausch, d.h. es wurden verschiedene Themen festgelegt, die ebenfalls aktiv von den Teilnehmerinnen selbst vorgeschlagen und ausgesucht wurden. Anschließend wurden die einzelnen Themen verschiedenen Räumen zugeteilt. So konnte jede Person für sich die nötigsten Informationen mitnehmen und in den Gesprächen und dem Austausch mit anderen Betroffenen, Spezialisten von Sanitätshäusern, diversen Herstellern und Co profitieren.


    Als Hersteller waren Bösl vor Ort und bellicon und selbstverständlich einige Ansprechpartner von Bauerfeind. Ach ja... und ich war natürlich auch da.


    Am ersten Abend durften sich alle erst einmal "beschnuppern" und sich bei einem leckeren Buffet stärken. Ich muss sagen, es war eine sehr lockere und angenehme Atmosphäre. Unter Gleichgesinnten kann man sich letztlich ja auch nur wohlfühlen, oder?!


    Am Tag darauf ging es nach dem Frühstück los mit der Themensammlung und dann wurden mehrere Sessions, immer für ca. 45 Minuten, in den unterschiedlichen Räumen gemacht. Es ging dabei auch sehr emotional zu, denn beim Thema Schwangerschaft und Lipödem oder Kinderwunsch und Lipödem flossen einige Tränen. Weitere Themen waren z.B. die richtige Versorgung der Kompression, worauf darf ich achten, wie erkenne ich ein gutes Sanitätshaus, wie oft und wann darf reklamiert werden, welche Zusätze machen wann Sinn etc.! Sport und Ernährung waren große Themen, die Liposuktion und vor allem auch die Aufklärung allgemein über das Lipödem/Lymphödem und die weiterhin über die sozialen Medien. Immer wieder wurde festgestellt, dass viele Ärzte nicht oder noch immer nicht vernünftig aufgeklärt sind und das Lipödem nicht als solches erkennen. Frauenärzte sollten hier besonders gut aufgeklärt werden, denn sie sehen junge Frauen schon sehr früh und somit könnten diese Ärzte auch rechtzeitig reagieren und auf ein mögliches Lipödem hinweisen...


    Die Geräte von Bösl durften getestet werden und auch die Trampoline von bellicon standen für einen "Probejump" zur Verfügung. Ich persönlich hatte dann noch die Ehre als ausgebildete Jumping- und Health-Trainerin eine kleine Einheit zu geben und die Teilnehmerinnen fanden es sichtlich toll.


    Am Ende des Tages wurden die Gewinner ausgelost, die am Abend zu vor an einem kleinen Gewinnspiel teilnahmen.


    Ich könnte noch mehr schreiben und erzählen und würde hier gar kein Ende finden, deswegen wird es in Kürze auch nochmal eine kleine Youtube-/Podcast-Aufnahme dazu geben, in der ich ganz genau und ausführlich und mit Bildern von diesem Event berichten werden.


    YouTube

    https://www.youtube.com/tinaschwarz



    Podcast

    https://schwarztina.de/lipoedem-talk



    Wen das interessiert, der darf gerne mal reinhören oder reinschauen und ansonsten hoffe ich sehr, dass es künftig mehr von diesen Veranstaltungen gibt, denn der aktive Austausch macht in Sachen Aufklärung und vor allem auch Verständnis seitens der Betroffenen extrem viel Sinn.


    Falls jemand Fragen dazu haben sollte, gerne einfach schreiben.



    Eure Tina

    Mit freundlichen Grüßen

    Tina Schwarz

    Lipödem und Abnehmcoach

    E-Mail: tina@r4ys.de

  • Ich persönlich fand es nicht so spannend , weil ich ja irgendwie seit zwei Jahren meine Diagnose habe . Es war für mich persönlich eine reine Werbeveranstaltung , besonders , wenn man herausfindet , dass in einem anderem Hotel eine ähnliche Veranstaltung professioneller , also mit Fachärzten veranstaltet wurde !

  • Und die Parallel-Veranstaltung, gab es da kein Programm?


    Man erkennt doch eigentlich , wer die Fortbildung finanziert. Anders ist es natürlich bei subtiler Werbung .


    Ich bin mittlerweile schon fast ein Detektiv in solchen Situationen . Mich stört diese indirekte Werbung sehr!

    Freundliche Grüße


    Uli29

  • Das glaube ich dir gerne!


    Wobei, wenn ein Hersteller "einlädt", dann weiß man ja, dass dort seine "Produkte" verkauft/ gefördert werden sollen.

    Richtig gemein finde ich "verborgene" Werbung bzw Produktplatzierung.


    Wenn eine Gynäkologin nur die Hormonspirale einsetzen will (an welcher sie 200€ pro Stück verdient).

    Oder der Herzchirurg nur die Herzklappen des Herstellers XY (5.000 € pro Stück Verdienst).


    Das ist alles mittlerweile verboten.


    Heutzutage läuft das viel subtiler!

    Freundliche Grüße


    Uli29

  • Also verboten ist das so nicht.

    Der Patient der eine Herzklappe benötigt wird definitiv nicht gefragt welche hätten sie den gerne ? In der Regel wird das vom Einkauf bestimmt mit Abstimmung der Ärzte und bleibt somit eine wirtschaftliche Abwägung.


  • Leider ist es gängige Praxis das Krankenhäuser Preisbewusst Einkaufen also das Produkt nehmen an dem Sie die meiste Marge haben. Der Eingriff selbst wird zu einem Bestimmten Preis abgerechnet aber zu welchem Preis ich welches Produkt Einkaufe bleibt nach wie vor ein Wirtschaftlicher Faktor.


    Es gibt kaum KKH die mehrere Hersteller bei Hochpreisigen Produkten wie Herzklappen oder Occluder im Programm haben.


    Hier ist es so das definitiv auf den Preis geschaut wird.


    Verboten ist es lediglich Finanzielle Zuwendung in Empfang zu nehmen.


    Den Arzt zum Essen einladen ist auch nach wie vor Erlaubt und gängige Praxis. Dem Kind wird lediglich ein anderer Name verpasst. Sowas nennt man dann Schulungen oder Symposien. Es gibt eine Finanzielle Grenze von Zuwendungen (Essen gehen) liegt glaube gerade bei ca. 27 Euro pro Person.



    Des Weiteren ist es doch gut das die Hersteller solche Veranstaltungen wie das BarCamp oder ähnliches Veranstalten und ja Sie wollen da Ihre Produkte Bewerben.


    Wie soll der Patient denn mitbekommen das es noch ein anderes Produkt gibt wie es ihm sein Sanitätshaus oder Arzt gerade anbietet????



    Wer das alles nicht möchte der meidet solche Veranstaltungen ganz einfach.


    Ich denke es gibt aber auch ganz viele denen es enorm Spaß gemacht hat und Sie auch mal was Neues gesehen haben und auch gelernt haben.



    Auch das Thema das keine Ärzte auf dem BarCamp waren und das Programm vorher nicht fest stand ist doch auch mal was anderes. So können die Betroffenen / Anwesenden entscheiden was ist Ihnen Wichtig über was möchte ich Informiert werden, wer macht was wie??



    Eine geführte Veranstaltung lässt keinen Raum zur Freien Bestimmung der Themen. Hier werden die Punkte abgehandelt und das wars.



    Also ich denke die Veranstaltungen sind so bunt wie wir Menschen und jeder sucht sich das was ihm gefällt, aber etwas nicht gut finden obwohl man selber nicht vor Ort war ist zuweilen etwas engstirnig.



    Das Thema Finanzierung der Veranstaltung ist ja auch Thematisiert worden. Die Frage die sich für mich stellt ist wer soll das denn Finanzieren, wenn nicht der Hersteller?????


    Die Patienten / Betroffenen??


    Die Krankenkasse ??? die eh schon im Ablehnverfahren geübt ist.



    Als ich für meinen Teil finde solche Veranstaltungen gut und wichtig, weil man sich dort weiterentwickeln kann als Patient aber auch als Hersteller.


    Der Patient bekommt Infos die er sonst sehr wahrscheinlich nicht bekommen hätte und der Hersteller mal ein direktes Face to Face Feedback zu seinen Produkten und das Ungeschminkt sowohl positiv als auch negativ.

  • Wer das alles nicht möchte der meidet solche Veranstaltungen ganz einfach.

    So sehe ich es auch.

    Auch finde ich es positiv für Betroffene solche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen.

    richtig gemein finde ich "verborgene" Werbung

    Wie sieht es denn aus wenn Betroffene eine kostenlose Versorgung bekommen als Tragemuster, da sagt der Betroffene auch nicht nein. ;)

  • Leider ist es gängige Praxis das Krankenhäuser Preisbewusst Einkaufen

    Das müssen sie, denn sie stehen unter einem enormen Kostendruck. Abgerechnet wird nach DRG (Diagnosis Related Group), d.h. Fallpauschalen.

    Im Beispiel der Herzklappen-OP bekommt die Klinik dasselbe Geld, egal, ob der Mercedes oder der Fiat unter den Herstellern verwendet wird.

    Das führt regelmäßig zu nervtötenden Diskussionen zwischen Chefärzten und Verwaltung.

    Schlimm, wenn Medizin sich rechnen muß! :(

    Liebe Grüße


    Griselda

  • Paragraph 7 Abs.1 HWG (HeilmittelWerbegesetz) verbietet Ärzten, mehr als einen billigen Kugelschreiber entgegen zu nehmen.


    Und das ist auch gut so!


    Wenn ich als Ärztin von einem Hersteller oder einem Pharmaunternehmen eine finanzielle Zuwendung bekomme, bin ich verpflichtet, dies offenzulegen!


    Ich bin dann nicht mehr unabhängig und mache mich angreifbar.


    Auch in Selbsthilfegruppen oder medizinischen Foren ist es wichtig, eine finanzielle Förderung durch Hersteller oder Industrie offenzulegen.


    Dann hat jeder ein gutes Gefühl und niemand muss kritische Fragen fürchten!

    Freundliche Grüße


    Uli29

  • Man erkennt doch eigentlich auf dem Flyer, wer die Veranstaltung finanziert.

    Wie gut das die Hersteller so kulant sind und sich Gedanken für die Betroffenen machen, denn ohne die Hersteller geht es nicht. Auch in Selbsthilfegruppen werden Firmen eingeladen um die Kosten zu minimieren ,da sind es meist Standgebühren die der Hersteller zahlen muss um über seine Produkte zu informieren.