Posts by Dr. Markus Killinger

    Genau solche Situationen sind mit ein Grund warum ich nur 35 Prozent meiner Arbeitszeit am Patienten und mit medizinischen Themen verbringe und die restlichen 65 Prozent mit Papierkram, Bestätigungen, Verordnungen, Gesetzestexten, Mitarbeiterangelegenheiten, etc. (Ich habe das über 6 Monate aus Interesse genau festgehalten und berechnet).


    Gut, dass es jetzt geklappt hat und alle Beteiligten mitgemacht haben.

    Guten Morgen!


    Die Dr. Vodderschule bietet 2 wöchige Lehrkurse (Basiskurs wäre hier richtig) an. Sowohl in Österreich (https://www.vodderakademie.com…l7_rCtnJccRhoCZFoQAvD_BwE), als auch in Deutschland (https://www.vodderakademie.com…nd-therapiekurs-atde.html).


    Termine und Orte wären hier sichtbar.


    Ein tolles praxisorientiertes Lehrbuch gibt es auch aber ohne Anleitung nicht möglich zu erlernen (ich habe selber den 4 Wochen Kurs abgeschlossen, es war echt hart :) )


    Ansonsten direkt im Büro in Walchsee in Tirol anrufen und das Anliegen schildern (Möglichkeiten einer reduzierten Stunden- und Tagesanzahl, je nach dem was gelernt werden soll:

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    Sehr ungewöhnliche Konstellation!


    V.a. das nächtliche Schlafen mit Strümpfen ist eigentlich NICHT empfohlen. und auch nicht notwendig! In der Liegeposition ist die Schwerkraft deutlich reduziert und Ödeme werden normalerweise in der Nacht weniger. Auch die Haut sollte sich nach dem täglichen Tragen der Kompression erholen können.

    Da das bei Ihnen nicht der Fall ist, sollte eine Abflussbehinderung im Bereich des Unterbauches (als Frau Gynäkologe, als Mann Urologe) und ein Ultraschall des Bauch/Unterbauchraumes mit Kontrolle der Lymphknoten und Gefäße erfolgen.


    Weiters kann das nächtliche Tragen der Kompression das Herz belasten, v.a. in Kombination mit Übergewicht und OSAS, eine internistische Kontrolle und eine KO beim Pulmonologen bzw. KO im Schlaflabor würde ich auch empfehlen.


    Ist zwar einiges zu machen, aber m.M. nach nötig.

    Sollte sich das Genitalödem trotz optimaler Therapie nicht wesentlich verbessern und sehr belastend sein, würde ich eine Vorstellung bei einem lymphologischen Operateur empfehlen. Dies zur Abklärung, ob eine OP eine Verbesserung bringen kann, also LVA (lymphovenöse Anastomose, eine Verbindung zwischen Vene und Lymphgefäß) oder Lymphknotentransplantation aus dem großen Bauchfell heraus.

    Leider habe ich im Norden keine Kontakte, event. können sie Dr. Taeger (hier im Forum) oder Uli anschreiben, um eine Liste (Berlin? Essen? Rostock?).

    Ansonsten Klinik Regensburg, München rechts der Isar oder Dr. Taeger in München Bayern.

    Eine Vergleichsstudie kenne ich nicht in Bezug auf tgl. niedrig dosiertes Penicillin V gegen i.m. alle 6 Wochen.

    Möglich wäre i.m. auf alle Fälle. Die Spritze muss aber langsam durch den Hausarzt in den seitlichen Pomuskel gespritzt werden, brennt auch ein bisschen.

    Bezüglich der Verordnung, die Apotheke muss zuerst nachschauen ob Retarpen 2,4 Mill. I.E. verfügbar ist, das wäre ohne Bewilligung mit normalem Hausarztrezept zu bekommen.

    Wenn nicht verfügbar, was ich befürchte, müsste der Hausarzt ein Rezept anlegen (Magistrale mit Bezeichung "Tardocillin 1200 auf 4ml") und dies vom Chefarzt bewilligen lassen, als Diagnose: Ihre Lymphödemerkrankung (z.B. I89. sek. oder prim. Lymphödem Stadium II in re./li. Bein post OP,etc. und wiederkehrende Erysipele, frustrane orale Therapie, i.m. alle 6 Wochen geplant, Retarpen in Österreich aktuell nicht lieferbar, geplante lympholog. OP 06/23)

    Dieses Medikament müsste die Apotheke dann aus Deutschland bestellen, hat bei uns schon mehrfach gut geklappt und wurde bewilligt.

    Bitte gerne!


    Um das Risiko bis zur OP zu reduzieren können Sie nach der Dauer von 21 Tage mit 3x1 auch auf 1x tgl. 500mg Ospen bis zur OP als Prophylaxe wechseln.

    Das wäre echt zu überlegen!


    Alle 4 Wochen medizinische Fußpflege, Pausieren der Beinhaarrasur, tgl. Hautpflege z.B. mit Excipidial Lipolotion abends.


    Zusätzlich 5 Tage vor OP bei Prof. Tzou beginn mit dem Octenisan Set 2.0 zur lokalen antiseptischen Therapie (in der Apotheke bestellbar für ca. 23 Euro).

    Lymphödempatienten brauchen leider häufig die 21 Tage, damit nicht innerhalb von 2-3 Monaten das selbe Erysipel wieder auftritt. In diesen 21 Tagen ist 3x tgl. 1g bis sogar 3x 1,5g nötig.

    Eine Reduktion auf 2x1 pro Tag würde ich nicht empfehlen.

    Eine Reduktion der Therapiedauer auf 14 Tage ist für "gesunde" nicht Lymphödempatienten ok aber für Lymphödempatienten riskant.

    Sollte nach 21 Tagen bei 3x1 immer noch ein Erysipel innerhalb der nächsten 2-3 Monate auftreten ist eine neuerliche Therapie von 3x1 für 21 Tage gefolgt von 1x tgl. 500mg für 3-6 Monate empfohlen.

    Bei Wiederholung trotz dieser "Dauertherapie" ist eine Blutabnahme von aeroben und anaeroben Blutkulturen zur Bestimmung von möglichen resistenten Keimen (interessanterweise bei Erysipel eher nicht häufig!) nötig.

    Ultima ratio ist eine Spritze in den Gesäßmuskel alle 4-6 Wochen mit einem Depotpenicillin (Retarpen in Österreich aber akt. nicht lieferbar oder Tardocillin über Deutschland beziehbar, die Krankenkassen zahlen akt. auch auf Bewilligung, da keine Alternative in Österreich verfügbar).

    Weiters Lymph OP dann sinnvoll zur Reduktion der Erysipelhäufigkeit durch Verbesserung des Lymphabflusses (siehe Dr. Traeger im Forum).

    Ospen ist in der Tat nicht lieferbar und schmerz im Alltag extrem v.a. bei Kindern mit Mandelentzündungen als Saft oder als Tabletten beim Erwachsenen.


    Augmentin ist prinzipiell eine gute Lösung, das ist ein Penicillin kombiniert mit Clavulansäure ergo wie Clavamox. Ist natürlich vom Wirksprekturm her breiter und die Calvulansäure verursacht oft die Darmbesschwerden wie Durchfall.

    Bei diesem Antibiotikum ist die Empfehlung bei "stärkeren" Infektionen mehrere Tage 3x1 zu geben und dann auf 2x1 zu reduzieren auch richtig.


    Alternative wäre noch Ospamox 1000g 2x1 tgl., das ist ein reines Penicillin ohne Clavulansäure, wird in Österreich auch produziert und ist lieferbar. Das wäre m.M. nach der Favorit aktuell.


    Ich würde zur Antibiose auch dringend raten entweder 1x tgl. Bioflorin Direktsticks morgens 1x1 zu nehmen (9 Euro, ohne Rezept in der Apotheke für 8 Stück) oder Alternativ auf Rezept Bioflair 2x1 aber mit mindestens 2 Stunden Abstand zum Antibiotikum.


    Nach Abschluss der Antibiose Darmsanierung mit Omnibiotik für 4 Wochen.


    Als Erwachsener mit 50 kg muss keine Dosis reduziert werden. Die meisten Antibiotika sind ab 40 oder 45 kg im Standard zu nehmen.

    Bei einigen muss aber eine mögliche Nierenschwäche oder Leberschädigung berücksichtigt werden und dann die Dosis reduziert werden.


    Besser kann ich es jetzt als Allgemeinarzt nicht mehr erklären, ein Pharmakologe wäre da noch hilfreich :)

    Ich arbeite seit ca. 5 Jahren mit Dr. Tzou zusammen, damals im Rahmen meiner Tätigkeit im Wittlinger Therapiezentrum in Walchsee und jetzt auch noch als niedergelassener Arzt und kann nur das Beste von Dr. Tzou berichten.


    1. Er ist fachlich top. Er operiert nur, wenn er eine reelle Chance auf Verbesserung sieht. Er hat eine sehr hohe OP Erfahrung, er bildet sich regelmäßig fort, er arbeitet mit konservativen Therapiezentren und Therapeuten zusammen und kennt bzw. empfiehlt die KPE immer weiter.


    2. Auch menschlich sehr angenehm, zuvorkommend, erklärt gut, kümmert sich auch um Probleme und Dinge die nicht gut laufen.


    3. Nach einer LVA kann sich das Ödemvolumen verringern oder wenn es eher um Fibrosen geht, diese weicher werden, was eine Verbesserung der Gelenksbeweglichkeit ermöglicht. Ein komplettes Verschwinden des Ödems und strumpffrei zu sein ist in den allermeisten Fällen aber NICHT möglich.


    4. Reduktion von Erysipelen konnten wir im Wittlinger Therapiezentrum post OP beobachten, allerdings gibt es dazu keine validen Daten. Erklärt wird dies durch eine Verbesserung des Lymphabflusses und besserer Kommunikation der lokalen unspezifischen Immunabwehr im Gewebe mit den lokalen Lymphknoten über die neuen LVA Verbindungen.


    5. Vor einer Operation würde ich Ihnen immer raten sich in der Apotheke ein Octenisan set 2.0 für ca. 23 Euro zu bestellen und 5 Tage vor der geplanten OP tgl. die antiseptische Seife, Nasengel und Waschlotion zu verwenden. Sie reduzieren damit das Infektionsrisiko bei einer OP um bis zu 50%.


    Alles gute und lg an Dr. Tzou von mir!