diagnostizierte mir ein Lipolymphödem

  • Zuerst wünsche ich euch allen ein frohes, neues Jahr und viel Gesundheit für 2023 ^^


    Ich bin am 31.12. 33 Jahre alt geworden, wohne im Ruhrpott in Mülheim an der Ruhr, dass zwischen Duisburg, Essen und Oberhausen liegt, und ich suche einen kompetenten Arzt in meiner Umgebung, der in der Lage ist dazwischen zu differenzieren, ob eine Frau voluminös ist, weil ihr Körper stramm mit Wasser aufgefüllt ist oder ob sie voluminös ist, weil sie zu viel und zu ungesund isst. Ich habe mit Ärzten nämlich die Erfahrung gemacht, dass sie eine korpulente Frau sehen und direkt das Vorurteil haben "Oh je, schon wieder eine fette Schnecke, die sich nicht bewegt, den ganzen Tag Fastfood verschlingt und jetzt von mir hören will, dass es nicht ihre Schuld sei, dass sie so aussieht!" Und egal, was du als Patient dann sagst, du wirst keine Diagnose erhalten, die auch nur im Entferntesten etwas mit deinen Symptomen und Lebensumständen zutun hat.


    Aber kurz zu meinem Gesundheitszustand, damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, wovon ich rede:


    In meiner Familie väterlicherseits ist Lipödem eine häufig vorkommende Erbkrankheit unter weiblichen Angehörigen, an der sowohl meine Schwester, als auch einige meiner Cousinen leiden. Das war mir bis zu meiner eigenen Diagnose vor etwa einem halben Jahr gar nicht bewusst, allerdings hatte ich schon immer einen sehr unproportionalen Körper, d.h. meine Beine und mein Hintern waren ziemlich dick, im Vergleich zu meinem Oberkörper. Eine Differenz von etwa 3 Kleidergrößen. Darum wurde ich auch meine ganze Schulzeit hindurch hart gemobbt und verprügelt. 15 Jahre lang, vom 3. Lebensjahr im Kindergarten, bis zum 18. Lebensjahr, als ich deshalb die Ausbildung zur Bürokauffrau im 1. Lehrjahr abbrach.


    Leider habe ich niemals verstanden, wieso ich aussehe, wie ich aussehe, da ich mich eigentlich immer viel bewegt und wenig gegessen habe (meist nur eine Mahlzeit am Tag, wenig Süßigkeiten, noch weniger Fastfood, oft auch mehrere Tage garnichts).


    Durch das Mobbing (und mehreren sehr toxischen Beziehungen inclusive mehrfachem sexuellen Missbrauch zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr) habe ich seit meinem 6. Lebensjahr schwere, chronische Depressionen, bin akut Suizidal, habe Borderline, eine Soziophobie, Asthma, vermutlich eine leichte Schilddrüsen Unterfunktion (wurde von den Ärzten aufgrund des oben beschriebenen Problems nicht ernsthaft untersucht), habe aufgrund meiner psychischen Erkrankungen, gegen die mir leider keine Medikamente helfen, mit 24 Jahren begonnen Heroin zu konsumieren, hatte im selben Jahr einen Suizidversuch, den ich nur durch vorzeitigem Erbrechen überlebt habe und bin seit 3 Jahren im Methadonprogramm; und hier sind wir beim Knackpunkt:


    Als ich vor 3 Jahren mit der Medikation mit Polamidon begonnen habe, hatte ich 63kg auf 1,63 Körpergröße und war sehr zufrieden damit. Sobald ich das Medikament nahm, habe ich so schnell zugenommen, dass man ungelogen dabei zusehen konnte. Ich habe mich irgendwann nicht mehr getraut zu essen, so dass ich nur noch normal gefrühstückt (2 Brote oder eine Schale Müsli) und anschließend hart im Garten meiner Eltern gearbeitet habe. Nach wenigen Monaten hatte ich über 100kg, mir passten keine Klamotten mehr, ich konnte mich nicht mehr bewegen, weil ich so schnell, so viel zugenommen hatte und als ich dann zum Gefäßchirurgen gegangen bin, sah der Dialog folgendermaßen aus:


    Zuerst sollte ich nur meine Hose ausziehen, weil der Gefäßchirurg nur an meinen Beinen Ultraschall durchgeführt hat. Dass auch meine Arme, mein Hintern, mein Bauch und meine Füße so stramm aufgeschwämmt sind,dass mir keine Schuhe mehr passen, weil ich einen mit Wasser gefüllten "Kamelhöcker" auf den Fußrücken habe, war für ihn wohl nicht Anlass genug, sich noch den Rest des Körpers anzusehen.


    Er diagnostizierte mir ein Lipolymphödem, also ein Lymphödem Stadium II, mit "Tendenzen zum Lipödem". Als ich fragte, was man dagegen tun könne, sagte er "Ich kann dagegen nicht viel machen, höchstens was wegschneiden" (Er sagte mir nicht, was "man" allgemein dagegen unternehmen kann, sondern nur, was "er" speziell, als Gefäßchirurg, unternehmen könnte. Spitzen Beratung, danke sehr! :wacko:)

    Dann fragte ich nochmal, was ich nun machen soll und er schlug mir allen Ernstes vor, mir ein Magenband einsetzen zu lassen! Spinnt der?! Darauf sagte ich: "Was soll das denn bringen? Das sorgt doch nur dafür, dass der Magen kleiner ist und weniger Volumen hineinpasst damit man weniger isst. Ich hab aber Wasser, ich esse nicht zu viel!" Da überlegte er kurz und sagte: "Ja, aber dann würden sie schonmal weniger essen und ein bisschen abnehmen" darauf ich: "Ich brauch kein Magenband, mein Magen IST klein, ich esse am Tag 2 Brötchen, oft auch gar nichts! Mein Magen ist so klein, dass ich beim Essen mit der Familie noch nicht einmal die Hälfte meines Tellers schaffe" da hat er mich mit einem Blick abgesehen, der mir unmissverständlich mitteilte,dass er mir überhaupt nichts glaubt und dass er generell alle "dicken" Menschen stigmatisiert. Und meinte dann noch: "Also, ich würde Ihnen zu einem Magenband raten, ansonsten kann man nicht viel machen und Tabletten hätten auch keinen Sinn" (Wer weiß, ob DAS überhaupt stimmt...)


    Ich finde es ehrlich gesagt sehr gefährlich und bedenklich, einem Patienten zu so einem wahnsinnig gefährlichen Eingriff wie einer Magenband-OP zu raten, wenn es 1. bei dem Patienten keinen Sinn macht, weil er ohnehin kaum etwas isst und 2. es überhaupt nicht zur Linderung des Problems beihelfen KANN, weil der Patient Wasser im Körper und nicht Fett im Bauch hat.



    Es tut mir leid, dass ich so einen langen Text geschrieben habe, aber es ist mir wichtig, dass ihr versteht, wie ich an den Punkt geraten bin, an dem ich heute stehe, denn ich suche händeringend nach einem Arzt in meiner Umgebung (ich habe kein Auto und muss mit ÖPNV fahren), der mir an genau diesem Punkt im Leben fachkompetent weiterhelfen kann; denn vorurteilsbehaftete, "dickenfeindliche" Ärzte, die Wassereinlagerungen mit "sich fett fressen" gleichstellen und deren Meinungen und Diagnosen von dem Moment an schon feststehen, in dem sie sehen, dass der Patient keine magersüchtige, heiße Stripperin ist - solche Ärzte hatte ich wahrlich genug! (Btw: meine Hausärztin - also die, die mir das Medikament täglich verabreicht, dass zu dieser Abwärtsspirale überhaupt erst geführt hat - hat mir gestern noch gesagt, ich sollte mal zur Ernährungsberatung gehen und eine stationäre Abnehmkur machen... ja Frau Dr... oooooder: Sie suchen mir ein Medikament raus, dass mich nicht in einen Wasserbalon verwandelt :wacko:)



    Ich würde mich unglaublich darüber freuen, wenn mir jemand von euch einen Arzt empfehlen könnte, bei dem nicht einfach nur "Gefäßchirurg" dran steht, sondern der auch WIRKLICH Ahnung von Wassereinlagerungen hat und der auf seine Patienten eingeht und sie nicht vorverurteilt.


    Ganz viele, liebe Grüße :)


    Liz

    • Official Post

    meist nur eine Mahlzeit am Tag, wenig Süßigkeiten, noch weniger Fastfood, oft auch mehrere Tage garnichts).

    Du brauchst definitiv eine Ernährungsberatung!


    habe ich seit meinem 6. Lebensjahr schwere, chronische Depressionen, bin akut Suizidal, habe Borderline, eine Soziophobie,

    Bist Du in psychiatrischer Behandlung?


    Als ich vor 3 Jahren mit der Medikation mit Polamidon begonnen habe,

    Wenn Du unter Polamidon solche Nebenwirkungen hast (Fett-bzw. Wassereinlagerung), solltest Du Deinen Psychiater auf ein Alternativpräparat ansprechen.

    Ich kenne mich auf diesem Gebiet nicht gut aus, aber so weit ich weiß, gibt es da Ausweichmöglichkeiten.


    Ich würde sagen, Dein Ansprechpartner ist der Psychiater, andere Fachrichtungen werden Dir da nicht helfen können.

    Evtl. kann die Hausärztin Blut abnehmen, um die von Dir vermutete Schilddrüsen-Unterfunktion abzuklären.

  • Arztsuche dafür ist unsere Datenbank...


    https://www.lymphnetzwerk.de/service/datenbank.html


    Danke für die Antwort.


    Die Datenbank habe ich gefunden und es mangelt auch nicht an *irgendwelchen* Fachärzten, sondern an *kompetenten* Fachärzten, die auch tatsächlich Ahnung haben und dazu befähigt sind, eine zutreffende Diagnose zu stellen und eine zielführende Behandlung durchzuführen. Daher hatte ich explizit danach gefragt, ob jemand einen Arzt *empfehlen* kann...


    ...der nicht versucht Wassereinlagerungen in Beinen, Armen und Hintern mit einem Magenband zu behandeln :wacko: ... wundert mich, dass er mir nicht zu Homöopathie geraten hat; hätte zwar auch nicht mehr Sinn ergeben, ist aber wenigstens nicht tödlich...




    Und zu Griselda:


    Vielen Dank für deine Antwort und deine Mühe, dir tatsächlich meinen ganzen Beitrag durchzulesen. :)


    Nein, ich bin nicht mehr in psychiatrischer Behandlung. Antidepressiva haben bei mir nie irgendeine (positive) Wirkung erzielt, daher habe ich sie abgesetzt und das Polamidon kann ich leider nicht ohne weiteres absetzen, weil ich dann schreckliche Entzugserscheinungen bekommen würde.


    Meine Hausärztin hat mir schon mehrfach Blut abgenommen und außer einer leichten Schilddrüsenunterfunktion nichts gefunden.


    Ich weiß echt nicht, was ich noch machen soll, zumal die Ärzte, die ich bisher abgearbeitet habe, nicht... "besonders gut" waren.