Impfung gegen Gürtelrose

  • Es gibt eine interessante Neuerung auf dem Impfsektor.

    Seit Mai 2018 ist ein (Tot-)Impfstoff gegen Gürtelrose auf dem Markt. Die Stiko empfiehlt sie allen Personen ab 60 bzw. ab 50 bei chronischen Erkrankungen, z.B. Diabetes, Asthma, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, rheumatische Arthritis.

    Hintergrund ist die Erkenntnis, daß 99,5% der Menschen über 50 Jahre irgendwann im Leben mit dem Erreger in Kontakt gekommen, also infiziert sind. Das Virus (Varizella zoster, verursacht auch die Windpocken) nistet sich im Nervensystem ein und wartet auf seine Chance. Mit zunehmendem Alter läßt auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach, wodurch das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, steigt. 2/3 der Gürtelrose-Patienten sind über 50 Jahre alt.

    Gürtelrose ist begleitet von extrem schmerzhaften Nervenentzündungen (postherpetische Neuralgie). Diese Schmerzen können Monate, Jahre, evtl. sogar lebenslang bestehen bleiben und mindern die Lebensqualität beträchlich.

    Der Impfstoff heißt Zostavax, es wird zweimal im Abstand von 2 - 6 Monaten geimpft. Eine Impfdose kostet 175,- Euro. Die Wirksamkeit liegt bei über 90%. Nebenwirkungen sind in den Zulassungsstudien nicht aufgetreten, abgesehen von den üblichen Impfreaktionen (Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur, allgemeines Krankheitsgefühl; Jucken, Rötung an der Einstichstelle; etwa 2-3 Tage.)

    Der GBA ist der Empfehlung der Stiko gefolgt, so daß zu erwarten ist, daß die Impfung vermutlich noch dieses Jahr Kassenleistung wird.


    Sprecht Euren Hausarzt beim nächsten Besuch mal darauf an!

    Liebe Grüße


    Griselda

  • Danke für den Beitrag.


    In Österreich ist der Impfstoff leider noch nicht Kassenleistung, ich versuche allerdings Risikopatienten über die Vor- und Nachteile aufzuklären. Der bei uns (Tirol) verwendete Impfstoff Shingrix scheint wohl in der Wirksamkeit leichte Vorteile im Vergleich zu Zostavax zu haben, bei jedoch erhöhten Nebenwirkungsraten.