Widerspruch Reha Klinik

  • Hallo,

    ich habe meine Reha bewilligt bekommen und bin überglücklich und sehr dankbar.


    Leider wurde meiner Wunschklinik (Földiklinik) nicht entsprochen und ich habe gestern den Widerspruch formuliert.


    Mich irritierte als ich im Netz las, dass eine Klinik angenommen werden muss, wenn sie dem Krankheitsbild entspricht und in diesem Fall KPE anbietet.....

    In meinem Widerspruch bin ich vorrangig darauf eingegangen welche Vorteile die Földiklinik mir in meiner derzeitigen Situation bringen kann. Reicht das oder sollte ich noch einbauen, weshalb die von der KK ausgewählte Klinik mMn nicht so recht passt?


    Habe ich gute Chancen mit meinem Widerspruch? Welche Erfahrungen hattet ihr?

    Hat die Földiklinik mit jeder (größeren) KK in Deutschland einen Versorgungsvertrag?


    Herzlichen Dank und sonnige Grüße ☀️

    • Official Post

    Hallo Lizzy13!


    Die Problematik ist leider bekannt. Mir ist das auch schon mal passiert.

    Frage doch deinen Arzt, ob er die schriftlich/formlos bestätigen konnte, dass die Földiklinik am besten zur Behandlung deines Krankheitsbildes geeignet ist.

    In deinem Widerspruch -Schreiben muss du auf deinen Wahl-und Wunschrecht nach § 9 SGB IX hinweisen.

    Wie Dr. Martin schon gesagt hat, Földiklinik ist eine Vertragsklinik der DRV und vielen grossen Krankenkassen.

    Darf kein großes Problem sein.

    Viel Erfolg




    Lizzy13

  • Vielen lieben Dank, arika!

    Ja, ich habe mich auf §8(?🤔)SGB IX berufen. Vor 6 Jahren hatte ich es auch schon einmal und die DRV gewährte mir zum Glück meine Wunschklinik.

    Ich wünsche mir so sehr, dass es diesesmal wieder klappt 🍀 Dein Tipp mit dem Arztschreiben ist sehr gut-Danke!!! Ich kümmere mich! Viele Grüße

  • Hallo Lizzy,


    darf ich fragen, was dein Krankheitsbild ist? Lipödem oder Lymphödem?


    Meine Erfahrung:

    Bei meiner Diagnose Lipödem Grad II Typ 4 hat eine Reha in einer Lymphklinik ehrlich gesagt leider nicht viel gebracht.

    Lange 6 Wochen war ich da mit MLD manuelle Lymphdrainagen mit Bandagierung, Benutzung Lymphomat, Sport, Ernährungsumstellung, ...

    Ich habe NUR 860 ml Mililiter - nicht mal 1 Liter - verloren. Das Gewicht blieb gleich, es erfolgte keine Gewichtsreduktion.


    Leider hatte die Rentenkasse immens hohe Kostenausgaben für den Reha-Aufenthalt.


    Auch wurden die Körpermaße in der Reha nur mit dem Maßband gemessen.

    Bei meinem Spezialisten für Lipödem wurde wenigstens mit Ultraschall die Fettschicht ermittelt. Auch wenn ich nur Laie bin: diese Ermittlung durch Ultraschall ist doch bestimmt viel genauer, als unpräzise mit dem Maßband abzumessen?


    Bei einem Lymphödem ist vielleicht die Reha in Lymphklinik besser.


    Liebe Grüße


    catwoman

    • Official Post

    Bei Lymphknotenentfernung und Fussteilversorgung gehe ich von Lymphödem aus.

    Auch wurden die Körpermaße in der Reha nur mit dem Maßband gemessen.

    Bei meinem Spezialisten für Lipödem wurde wenigstens mit Ultraschall die Fettschicht ermittelt. Auch wenn ich nur Laie bin: diese Ermittlung durch Ultraschall ist doch bestimmt viel genauer, als unpräzise mit dem Maßband abzumessen?

    Die Umfänge müssen zu Dokumentationszwecken immer gemessen werden, mindestens bei Aufnahme und Entlassung. Eine erfahrene Fachkraft kann mittels der Umfangsmaße und evtl. einer Hautdickenmessung per Schieblehre die Fettschichtdicke gut ermitteln. Ultraschalluntersuchung kann man abrechnen. Es mag Fälle geben, bei denen Ultraschalldiagnostik angezeigt ist.

    • Official Post

    Liebe Catwoman,


    Meine Erfahrung mit Reha bei der Diagnose Lipödem ist anders.

    Der Therapeut kann nicht die Fettschicht wegzaubern. Und dafür ist es nicht gedacht. Ich fahre seit Jahren in die Fachklinik für Lymphologie um meine Beschwerden zu lindern. Die Schmerzen, „schwere Beine“ sind dann für längere Zeit weg. Ich bin dann leistungsfähiger, kann mich mehr und besser bewegen. Aber um das zu erreichen muss die Patientin/ Patient mitmachen. Den MLD und Bandagen machen nur Sinn, wenn man sich mit Bandagen viel bewegt. Das kann für uns niemand erledigen. Auch der bester Chirurg oder Therapeut.

    Ich war auch schon 5 mal operiert. Aber meine Beschwerden kann der Chirurg nicht wegoperieren.

  • Die Schmerzen, „schwere Beine“ sind dann für längere Zeit weg.


    Hallo Arika,


    natürlich muss es jeder selber entscheiden und das machen was ihm gut tut. Ich persönlich würde nicht wieder in eine Reha in einer Lymphklinik, da muss ich leider ehrlich sein. Es ist vor allem auch ein enormer Zeitaufwand - wochenlang in eine Reha und das jedes Jahr? Wie viele Jahre gehst du schon?


    Ich finde, dass mir regelmäßiges springen und schwingen auf dem Trampolin viel mehr bringt als regelmäßige MLD manuelle Lymphdrainagen...

    Hast du es mal versucht mit Trampolin springen?


    Ich glaube, vielleicht meinen auch viele nach einer MLD, dass die Schmerzen erträglicher sind und bilden sich das vielleicht nur ein.

    Man redet vielleicht mit dem Therapeuten dann auch während der langen MLD über seine Probleme und Sorgen. Es ist eventuell auch eine Art Seelsorge. ... Und dann hat man vielleicht auch das Gefühl, dass die Schmerzen erträglicher sind, wenn man der Psyche was gutes tut

    und wenn man sich was von der Seele geredet hat.


    Darf ich fragen für wie lange Zeit die "schweren Beine" und Schmerzen dann "weg" sind.


    Liebe Grüße


    catwoman

  • Hallo Catwoman,


    die MLD hilft, weil ich meiner Psyche was Gutes tue? Der Therapeut ein Seelsorger?


    Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Physiotherapeuten und eines jeden Patienten der dringend auf die MLD angewiesen ist!


    Ich bin fassungslos!


    Grüße

    Eule

  • Hallo Catwoman,

    ich habe ein sekundäres Lymphödem und freue mich sehr auf die Reha. Inständig hoffe ich, dass mir diese in der Földiklinik gewährt wird.


    Ich bin der Meinung, dass eine Reha in einer spezialisierten Klinik den Betroffenen sehr viel bringt.

    Einerseits die Entstauung, mit ihren positiven Folgen wie der Reduktion von Umfang+Schmerzen sowie Erysipelrisiko,

    als auch die Anleitung für das Eigenmanagment wie Bandagierung, lymphaktivierende Maßnahmen, Info über Kompressionsversorgung, Hautpflege, Ernährung etc

    Eine Klinik ist mMn da, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben damit Betroffene im Alltag besser zurecht kommen und gleichzeitig auch sehen, ob sie im häuslichen Umfeld durch Therapie und SaniHaus gut versorgt sind.


    In den letzten sechs Jahren habe ich mich Stück für Stück in mein Krankheitsbild „reingearbeitet“. In der ersten Lymphklinik bekam ich neben der KPE leider nicht genug Wissen mit.


    Ich habe von Anfang an Sport gemacht und mich viel bewegt. Das Trampolin ist mein regelmäßiger Begleiter. Dennoch habe ich erst mit dem Stepper wirklich Erfolge erzielt.


    Mit dem Lipödem kenne ich mich nicht aus.

    Ohne regelmäßige MLD würde ich trotz Sport, Bewegung und Dehnung „alt aussehen“. Gerade wenn die Schwimmhallen geschlossen sind.

    Der Therapeut unterstützt bei mir die Umgehung über die Flanke für einen besseren Lymphabfluss und sind mir eine fachlich kompetente Stütze.

    Viele Grüße


  • Hallo Eule,


    das hast du falsch verstanden. Hab mich vielleicht auch nicht richtig ausgedrückt.

    Dass MLD bei Lymphödem hilft, glaub ich schon. Viele verlieren da mehrere Liter und auch immens an Körperumfang. Dann ist ein Rehaaufenthalt effizient und zweckmäßig.

    Aber bei Lipödem ist es glaub sogar nachgewiesen, dass MLD keine besondere Wirkung hat. Das kann ich in meinem Fall bestätigen. Da hilft wirklich NUR eine Liposuktion.


    Der Therapeut ist noch zusätzlicheine Art Seelsorger vielleicht für manche. Viele reden doch mit ihrem Therapeuten nebenher, entwickeln einen guten Draht zu ihm bei den Vielen Terminen. Also neben der effizienten MLD bei Lymphödem ist der Therapeut noch zusätzlich dazu eine Art Zuhörer,


    LG


    catwoman

  • "Dass MLD bei Lymphödem hilft, glaub ich schon."

    "Aber bei Lipödem ... hilft wirklich NUR eine Liposuktion."

    "Der Therapeut ist noch ZUSÄTZLICH eine Art Seelsorger vielleicht für manche. Viele reden doch mit ihrem Therapeuten nebenher, entwickeln einen guten Draht zu ihm bei den Vielen Terminen."

    Also das erste Zitat ist unbestritten. Allerdings liegt die Wirkung der MLD auch immer an der Tagesform des Patienten und des Physios und ist dazu von Patient zu Patient unterschiedlich. Das unterstelle ich auch im Fall eines Lipödems, von daher stimme ich CR1 zu.

    Und was die Assoziation Physio = Physio + Seelsorger/ Gesprächstherapeut anbelangt:
    Meiner Erfahrung nach ist das Verhältnis zu den Physios eher wie zu guten Bekannten als wie zu Seelsorgern/ Therapeuten, aber das trifft sicher nicht auf alle Patienten zu.

    • Official Post

    Der Therapeut ist für die Therapie (ob es Bandagieren oder MLD ) zuständig. Er/Sie ist kein Psychologe. Wenn die Chemie stimmt, ist natürlich sehr angenehm. Man sollte es trennen. Mir persönlich hilft die Reha. Das ist nicht unbedingt MLD. Die Ärzte entscheiden was gemacht werden muss. Die Bandagen in der Földiklinik sind unschlagbar. Zu Hause, vor Ort ist es so gut wie unmöglich. Man finden kaum einen Therapeuten vor Ort, der das Bandagieren so gut beherrschen kann. Zu mal, das Autofahren damit ist nicht erlaubt.

    Wichtig, dass man mit dem Therapeuten zusammen arbeitet. Sonst sind die Erfolgsaussichten nicht so gut.

    Nur jeder entscheidet für sich selber. Hauptsache funktioniert. Selbst wenn es Trampolin ist.... Bei einem ist es eine Lösung, bei den anderen ......

  • Die Bandagen in der Földiklinik sind unschlagbar. Zu Hause, vor Ort ist es so gut wie unmöglich.


    Ich finde eine gute eng sitzende Kompression ist auch sehr hilfreich und vielleicht so ähnlich wie eine Bandage.


    Ehrlich gesagt, ich fand den Aufwand mit den Bandagen in der Reha immer sehr zeitaufwändig.

    Man musste ja diese meterlangen Bandagen jeden Tag vom Körper abrollen. Und dann musste man diese Bandagen wieder aufgerollt zum Therapeuten zu der MLD mitbringen. Leider kostet das Abrollen und Aufrollen sehr viel Zeit.