Tiefschlag

  • Seit letzte Woche hat sich die Welt für mich leider massiv geändert. Bei meinem Partner wurde eine sehr aggressive Form vom Lungenkrebs diagnostiziert. Eine OP wird nicht mehr möglich sein da der Krebs schon gestreut hat. Es muss jetzt alles sehr schnell gehen um mit der Chemo beginnen zu können. Ein Gefühl zwischen Hoffnung, Angst und Hilflosigkeit, selbst habe ich ja auch meine Probleme, die stelle ich jetzt hinten an so weit es geht. Ein Kraftakt ohne zu wissen was kommen wird..

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  • Hallo Lenin,

    das sind ja echt blöde Nachrichten! Ich wünsche euch viel Kraft und viel Erfolg!

    Vielleicht ein kleiner Trost:

    Donnerstag saß neben mir ein Patient mit Lungenkrebs, inoperabel. Er hatte die letzte Chemo vor den Bestrahlungen und es sah gut aus. Zudem hat er die Chemo sehr gut vertragen. Als einzige Nebenwirkung, von der er mir erzählt hat, war der Haarausfall. Darüber konnten wir dann aber herzlich Lachen (im Sommer praktisch, da pflegeleicht, kein Friseur ....). KEINE Übelkeit, kein Gewichtsverlust usw.!

    Ich weiß, dass kein Fall dem Anderen gleicht, aber vielleicht macht das ja doch etwas Mut.

    Ansonsten mein Tipp: Schnell Hilfe und Informationen holen (Krebsinformationsdienst, psychoonkologische Hilfe, Fragen aufschreiben und sich trauen ALLES zu fragen).


    Liebe Grüße

    Kunigunde

  • Die Immuntherapien eröffnen weitere effektive Möglichkeiten bei Plattenepithelcarcinomen und sind bei kleinzelligen Carcinomen in Studien im Einsatz

    eine Immuntheraphie wurde ihm bereits angeboten. am 15.8. ist das PET-CT danach soll die die Chemo so schnell wie möglich beginnen

  • Ich wünsche Dir und deinem Mann alles erdenklich Gute und viel Kraft.


    Nicht jeder benötigt einen Port nur weil er eine Chemo macht.

    Erst bei Bedarf handeln und nicht prophylaktisch alles in den Körper einführen

  • Das sieht dann leider oft so aus, dass vor der Portanlage bereits Chemotherapie gegeben wurde und ein Fremdkörper in einem Moment implantiert wird, wenn die Abwehrlage schlecht ist. Der Port infiziert sich leichter.


    Es ist auch blöd, erst dann, wenn die Venen alle bereits durch die Chemo geschädigt sind, den Port zu legen. Der Port wird später wieder entfernt, die schlechten Venen bleiben.

    Freundliche Grüße


    Uli29

  • Wir haben mehrere Jahre bis zu fünf Ports pro Woche bei uns im OP gelegt. Mit Anästhesie an der Seite, stand by oder leichte Vollnarkose. Es war ein besonderer Service, da unsere Klinik eine große Onkologie hat. Ich habe das als sehr sinnvoll empfunden, viele Patienten waren sehr krank.


    Natürlich kann es Einzelfälle geben, lieber Sprinter, wo das rückblickend anders besser gewesen wäre.

    Freundliche Grüße


    Uli29

  • Der Port wird noch vor der 1. Chemo gelegt.


    Trotzdem ist es im Moment ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Tränen und Verzweiflung mischen sich mit Hoffnung und eigenen Schmerzen. Es kostet extrem viel Kraft. Ich bin froh, das ich Auto fahren kann, die Klinik liegt eine knappe Stunde entfernt.

  • Trotzdem ist es im Moment ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Tränen und Verzweiflung mischen sich mit Hoffnung und eigenen Schmerzen.


    Liebe Lenin,

    vielleicht gibt Dir diese kleine Geschichte Hoffnung:

    ich habe vor langer Zeit in der Uniklinik Köln in der Onkologie gearbeitet.

    Wir hatten einen Patienten mit Dickdarmkrebs und Lebermetastasen. Damals war die Prognose bei dieser Konstellation aussichtslos.

    Er hat uns allen so leid getan, weil er so ein besonders netter, bescheidener Mann war. So einer, wo man sagt, es trifft immer die Falschen. Selbst als es ihm sehr schlecht ging, kam er zum Stationszimmer, wenn er etwas brauchte, anstatt zu klingeln, damit wir nicht laufen mussten!

    Er hat dann Chemotherapie bekommen, aber alle waren sich einig, daß es keine Hoffnung gab.

    Ich bin dann in die Chirurgie gewechselt und habe ihn aus den Augen verloren.


    Jahre später stehe ich nach meinem Dienst am Aufzug, da sagt jemand hinter mit: "Hallo, Schwester Gisela!" Ich drehe mich um, vor mir steht ein braungebrannter Mann, sieht aus wie das sprichwörtliche "blühende Leben".

    Ich sage: "Tut mit leid, ich stehe gerade ein bißchen auf dem Schlauch, woher kennen wir uns?"

    Er: "Na, ich bin doch Herr ...... von der Station 13C".

    Ich hätte ihn niemals wiedererkannt, es war wirklich dieser Patient!!

    Wir sind dann in die Cafeteria gegangen und haben eine Tasse Kaffee zusammen getrunken. Er hatte inzwischen die kritischen 5 Jahre hinter sich (wenn ein Patient 5 Jahre lang keine neuen Tumorzeichen entwickelt, gilt er als gesund).

    Er konnte wieder in seinem geliebten Garten arbeiten, machte Reisen, er hatte keinerlei gesundheitliche Probleme.

    Er berichtete mir ganz stolz, daß die Ärzte ihm gesagt hätten, es sei ein Wunder. Keiner hatte eine Erklärung dafür.


    Liebe Lenin, Du siehst, es gibt Wunder. Gib niemals die Hoffnung auf, egal, was kommt.

    Ich wünsche Euch von ganzem Herzen alles Gute!

    Liebe Grüße


    Griselda

  • Mein Mann wird nie wieder gesund werden weil es für diesen Krebs ( kleinzelliger Bronchialkarzinom) keine Heilung gibt , das wurde uns schon gesagt, seine Zeit auf dieser verrückten Welt kann nur verlängert werden.


    Vielleicht ein gutes Omen, er wird auf der Station 13 im SRH Suhl behandelt.


    Wir geben sicher die Hoffnung nicht auf aber das Wechselbad bleibt im Moment, man kann es nicht einfach ausschalten..

  • Liebe Lenin,

    man kann deine/eure Gefühle sehr gut verstehen. Man findet auch kaum Worte..... Aber bitte, noch hast du deinen Partner. Gibt nicht auf!!! Das kannst du immer noch.

    Bei uns, in der Nachbarschaft, hatte jemand eben so eine schwere Form vom Lungenkrebs. Man hat ihm auch wenig Heilung- Chancen gemacht.

    Er hat es trotzdem geschafft. Er geniest seine Altersruhestand und geht brav mit seiner Gattin spazieren. Sieht auch top aus.

    Es ist vielleicht ein schwacher Trost für euch in der Situation.

    Bitte bleib dran. Vielleicht gibt es noch eine Chance.

    Wünsche euch viel Kraft und Gotteshilfe

    Viele Grüße

    arika

  • Ich bin mit solchen Äußerungen immer sehr vorsichtig ( nie wieder gesund/ es gibt keine Heilung...)


    Ist das eine Lungenklinik?

    Es ist keine Lungenklinik jedoch eine Station speziell auf diese Erkranungen ausgerichtet.

    Ich kann nur die Worte des Chefarztes wiedergeben die man uns beim Gespräch gesagt hat und diese Worte waren sehr direkt. Das PET CT wird in einer Fachklinik gemacht.

    Im Moment kann niemand sagen was kommen wird. Hoffnung haben wir beide jeden Tag und geben diese auch nicht auf.